Beschläge an Türen, Toren, Fenstern und Möbeln

Es gibt Fensterbeschläge, Tür- und Torbeschläge, Möbelbeschläge sowie Verbindungsbeschläge. Je nach Art und Funktion des Beschlags, erlauben diese die Bewegung des entsprechenden Bauelements (z. B. öffnen und schließen einer Tür) und/oder sie verbinden Bauteile miteinander (z. B. den Fensterflügel mit dem Fensterrahmen). Aber auch Griffgarnituren oder Schließbleche an Fenster und Türen werden als Beschläge bezeichnet. Darüber hinaus gibt es Beschläge, die empfindliche Oberflächen schützen oder sie dienen rein optischen Gründen – etwa Zierbeschläge.

1. Funktionsbeschläge an Türen, Toren und Fenstern

Beschläge an Türen, Toren und Fenstern bestehen aus genau aufeinander abgestimmte Bauteilen, um diese komfortabel zu bedienen (öffnen, schließen, drehen, kippen, schieben, etc.) und sollten dem Material und der Optik des Gesamtelements (z. B. Aluminium, Kunststoff, Holz, Glas) angepasst sein.

Bei Türbeschlägen ist zu unterscheiden zwischen solchen für Innentüren und solchen für Haustüren: Wo im Innenbereich eher die Optik der Beschläge entscheidend ist, müssen die Beschläge der Eingangstür Schutz vor Regen, Wind und Wetter bieten und insbesondere Sicherheit vor Einbrechern. Hier kommen spezielle Sicherheits- und Schutzbeschläge zum Einsatz (z. B. dreiteiliges Spezialband, verstärkte Schließbleche, Dreifachverriegelung, etc.). Sicherheit, Wetterschutz und Kindersicherung spielen auch bei Fensterbeschlägen eine entscheidende Rolle.

Weitere Informationen zum Thema Eingangstüren, Sicherheitsbeschläge sowie Haussicherheit vom Keller bis zum Dach, erhalten Sie in folgenden BAUHAUS Ratgebern:

Vergrösserung aufrufen

Zunächst müssen Fenster, Tore und Türen – egal ob Innen- oder Haustür – fest im Blendrahmen beziehungsweise der Zarge verankert sein und das geschmeidige Öffnen und Schließen ermöglichen. Am häufigsten werden bei Türen und Fenstern sogenannte Einbohrbänder (zwei- oder dreiteilig) in entsprechend vorgebohrte Löcher eingedreht. Im Gegensatz dazu werden Einfräs- oder Einstemmbänder (Tür) durch schmale Ausfräsungen eingeschlagen.

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Bei Gartentoren kommen als „Bänder“ zum Beispiel Wurfgehänge oder Kreuzgehänge mit einer festen Drehachse zum Einsatz. Im Gegensatz dazu sind sogenannte Kloben (z. B. Aufschraubkloben) als feste Lager starr am Pfosten montiert. Die Kloben werden entweder festgeschraubt (im Bild inkl. Ladenbänder), eingedreht (Holzzaun), eingemauert (Steinmauer) oder angeschweißt (Metallzaun). Zum Öffnen eines Tores können einfache Gartentorfallen (im Bild) oder Doppeltorüberfallen montiert werden.

Weiterhin zählen zu den Türbeschlägen das Schließblech und die Drückergarnitur: Schließbleche werden in der Zarge angebracht und nehmen zum einen die Schlossfalle und den Riegel des Türschlosses auf – schützen also die Zarge vor Beschädigungen beim Schließen der Tür. Zum anderen erschweren Schließbleche das Aufhebeln von Türen im Schlossbereich. Die Drückergarnitur besteht aus zwei Griffen oder einem Griff und einem Knopf sowie zwei Rosetten oder Langschildern.

Beachten Sie: Daneben gibt es noch besondere Beschläge für Schiebetüren, die unter anderem Lauf- und Führungsschienen beinhalten und deren Ausführung auf verschiedene Türarten (Glastür, Schranktür, etc.) ausgelegt sind.

Wie Sie eine Innentür einbauen, erfahren Sie in folgendem BAUHAUS Ratgeber:

Vergrösserung aufrufen

Schutzbeschläge wiederum sind notwendig, um den Profilzylinder und das Einsteckschloss der Haustür zu schützen. Einsteckschlösser sind die gebräuchlichsten Schlösser, wenn es darum geht, Hauseingangs- und Innentüren zu sichern. Diese sind wiederum in fünf Klassen unterteilt (Stand: 08/2017), die Aufschluss über die Sicherungsart (Schließwerk) des Türschlosses geben. So sind etwa Zimmertüren mit Schlössern der Klassen 1 und 2 (z. B. einfaches Buntbartschloss oder Badschloss) ausgestattet. Für Haustüren kommen hingegen Einsteckschlösser der Klassen 3 bis 5 in Frage – etwa Zylinderschlösser:

  • Klasse 1: Schlösser für leichte Innentüren
  • Klasse 2: Schlösser für Innentüren
  • Klasse 3: Schlösser für Wohnungstüren
  • Klasse 4: Schlösser für Wohnungstüren mit erhöhter Einbruchhemmung
  • Klasse 5: Schlösser für Wohnungstüren mit hoher Einbruchhemmung

Das zentrale Bedienelement beim Fenster (oder auch Balkontür) ist der Griff (meist Drehgriff; auch Olive genannt). Zusammen mit einer Schere (Funktionsbeschlag für Drehkipp- und Kippflügeln), einem Drehkipplager und weiteren Beschlägen lässt sich das Fenster damit öffnen, kippen oder klappen und schließen.

Was Sie bei der Auswahl neuer Fenster (Formen, Rahmen, Gläser) für die unterschiedlichsten Anforderungen beachten müssen, erfahren Sie in folgendem BAUHAUS Ratgeber:

2. Möbelbeschläge und Verbindungsbeschläge

Um Türen von Möbelstücken klappbar zu machen, müssen an ihnen Topfscharniere, Stangenscharnier, Federscharniere oder Möbelbänder befestigt sein. Diese fünf gängigen Beschlagsarten im Möbelbau sorgen dafür, dass Türen und Klappen reibungslos auf- und zugehen. Die Unterscheidung der einzelnen Beschläge ist vor allem da wichtig, wo die Möbelstücke ab- und wieder aufgebaut werden – etwa bei einem Umzug. Denn einige Scharniere und Bänder lassen sich nicht wieder demontieren, sodass diese Möbel dann mit eingehängten Türen transportiert werden müssen.

Beachten Sie: Als Alternativen gibt es zum Beispiel Push-Bänder, die durch eine spezielle Feder das automatische Öffnen der Türe erlauben, oder Silentia-Bänder, die durch eine Dämpfung im Inneren verhindern, dass die Türe beim Schließen an den Rahmen schlägt.

Das Einbohrband ist bereits als Türband bekannt. Aber auch im Möbelbau kommen diese Beschläge zum Einsatz. Damit lassen sich etwa Schranktüren einfach ein- und aushängen. Zum nachjustieren von schief hängenden Türen können Einbohrbänder ein- oder ausgedreht werden.

Das Feder- oder Aufschraubscharnier wird mit Schrauben an der Tür und dem Seitenteil befestigt. Schief hängende Türen lassen sich mit diesem Scharnier allerdings nicht nachjustieren.

Das vielverwendete Topfscharnier ist von außen unsichtbar und hat vor allem den großen Vorteil, dass es viele Verstellmöglichkeiten besitzt. Zum Einbau des Scharniers bohren Sie mit der Oberfräse oder dem Forstnerbohrer ein Loch für den Scharniertopf – entweder hält der Topf dank Klapplasche oder Sie schrauben ihn fest.

Stangenscharniere (auch Klavierband genannt) sind eher für kleinere Möbelstücke geeignet. Sie werden am Möbelstück verschraubt oder zusätzlich mithilfe eines Fräsers eingelassen und dann verschraubt – am besten vor dem Zusammenbau des Möbels.

Ein Möbelband besteht aus zwei Teilen, das mit einem Messingstift unlösbar miteinander vernietet ist oder aber lösbar zum Ineinanderstecken. Die Rolle ist von außen am Möbelstück erkennbar. Montiert wird das Möbelband, indem mit einem Stecheisen die Umrisse des Bandes aus dem Holz gestemmt und anschließend mit Schrauben befestigt werden.

Andere Beschläge im Möbelbau dienen der festen Verbindung der einzelnen Holzelemente. Mit solchen Verbindungsbeschlägen lassen sich schnell und einfach Möbel zusammenbauen. Der klassische Flachverbinder (und auch der Winkelverbinder) ist mit vorgebohrten Löchern versehen, wodurch sich mittels Schrauben oder Nägeln Bauelemente einfach miteinander verbinden lassen. Mit dem Trapezverbinder werden beide Elemente auf den Möbelteilen verschraubt und anschließend mit einer Zentralschraube miteinander verbunden. Beim Exzenterverbinder (s. Bild) stülpen Sie das Loch über einen Bolzen und fixieren die Verbindung anschließend mittels Drehung am Exzenter. Sie können natürlich auch auf die handwerkliche Art und Weise Holzverbindungen in Form von Zinken, Zapfen und Schlitzen herstellen. Wie Sie Holzteile mithilfe von Exentern und Co. oder auf die traditionelle Art verbinden und wie Sie mit der Oberfräse arbeiten, erfahren Sie in folgenden BAUHAUS Ratgebern:

So justieren Sie ein Topfscharnier

Ein wichtiges Merkmal des Topfscharniers ist seine Verstellmöglichkeit: Nach dem Einbau können Sie die Schrauben noch justieren – über schief hängende Türen vor dem Schrank müssen Sie sich nicht mehr ärgern. Außerdem kann der Schließmechanismus an einer Feder von sanft bis kraftvoll eingestellt werden (Federkraftverstellung). Damit die Tür nun gerade vor dem Schrank hängt, muss die Auflage verstellt werden. Hierzu drehen Sie die Schraube am Scharnierarm entweder minimal nach rechts (Auflage wird verkleinert) oder links (Auflage wird vergrößert). Um die Tür in der Höhe auszurichten, müssen die Schrauben an der Montageplatte gelöst werden. Dann lässt sich die Platte nach oben oder unten schieben.

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