Fenster austauschen

Wenn Sie einen Altbau modernisieren, führt am Fensterkauf kein Weg vorbei. Aber auch Besitzer von Häusern, die nur wenige Jahre alt sind, können durch die Montage neuer Fenster massiv Energie sparen und Lebensqualität gewinnen. Generell gilt: Fenster, die vor 1995 eingesetzt worden sind, entsprechen heute nicht mehr dem Stand der Technik. Weder in Sachen Energieeinsparung noch bei der Einbruchhemmung oder beim Lärmschutz kann ein Fenster aus dem letzten Jahrtausend aktuellen Produkten das Wasser reichen. 

Weitere Informationen zum Thema Wärmedämmung und was Sie beim Kauf neuer Fenster beachten müssen, erfahren Sie in folgenden BAUHAUS Ratgebern

 

1. Altes Fenster entfernen

Hängen Sie zunächst den Fensterflügel aus und stemmen den alten Rahmen heraus.

Sie können den Rahmen auch zersägen und dann die einzelnen Rahmenstücke heraushebeln. Wenn beim Herausschlagen Schäden an der Laibung entstanden sind, beheben Sie diese mit Reparaturmörtel.

Falls die Mauerstärke nach dem Ausbau des Fensters rechts und links der Öffnung ungleich ist, mauern Sie die Fensterlaibung innen mit passend zugeschnittenen Mauersteinen aus.

2. Neues Fenster einsetzen

Nachdem der Mörtel getrocknet ist, passen Sie das neue Fenster in die Öffnung ein und fixieren es mit Keilen und Distanzklötzen. Schieben Sie gegebenenfalls dünne Holzstreifen unter einzelne Distanzklötze und überprüfen Sie mit einer Wasserwaage die lot- und waagerechte Ausrichtung: Das Fenster muss mittig sitzen und so ausgerichtet sein, dass ringsum gleiche Abstände anliegen.

Dichten Sie das Fenster mit einem speziellen Fensterdichtband (zwischen Fenster und Fassadenbauteilen) innen und außen ab.
 

Bohren Sie nun an den vorgesehenen Befestigungspunkten die Dübellöcher (bei Betonwänden ggf. Bohrhammer verwenden). Setzen Sie anschließend spezielle Fensterrahmendübel ein, die Sie mitsamt passender Schraube ins Bohrloch schlagen.

Sprühen Sie Montageschaum in den Hohlraum zwischen Fensterrahmen und Wand. Sobald der PU-Schaum ausgehärtet ist (Herstellerhinweise beachten), schneiden Sie überschüssiges Material mit einem Cutter-Messer ab.

Beachten Sie: Da Montageschaum sein Volumen vergrößert, sollten Sie ihn nur sparsam einsetzen. Alternativ verwenden Sie Faserdämmstoff.

Das Fensterbrett setzen Sie in ein Mörtelbett.

Zum Abschluss schrauben Sie Zierleisten an und verputzen die Wand. Nach dem Durchtrocknen können Sie den Putz überstreichen.

So tauschen Sie ein Fenster aus

Achtung Schimmel!

Passen Sie ihre Lüftungsgewohnheiten den neuen Fenstern an. Denn durch dichte Scheiben verringert sich der Luftaustausch. Dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, die sich vor allem an kühlen Wänden wieder bemerkbar macht – nämlich im schlimmsten Fall mit Schimmel. Also besser häufig stoßlüften als Dauer-Kippe! Fünf bis zehn Minuten pro Lüftungsvorgang reichen.

Beachten Sie: Wollen Sie bei einem Altbau die Fenster erneuern, sollten Sie gleichzeitig auch die Außendämmung neuen Standards anpassen.

Der U-Wert: Fensterglas und Wärmedämmung

Als U-Wert wird der „Wärmedurchgangskoeffizient“ bezeichnet. Hinter dieser komplizierten Bezeichnung steckt der Wert, der den Wärmestrom zwischen der kalten Außenseite und der warmen Innenseite eines Bauteils am Gebäude (z. B. Haustür, Fenster, etc.) beschreibt. Je niedriger dieser Wert ist, umso besser ist die Wärmedämmung. Der U-Wert wird immer in der Einheit „W/(m²K)“ (Watt pro m² Kelvin) angegeben. Folgende U-Werte beim Fenster werden unterschieden:

  • Ug (glazing): Wärmeverlust durch die Verglasung
  • Uf (frame): Wärmeverlust durch den Rahmen
  • Uw (window): Wärmeverlust durch das gesamte Fenster

Fenster-Förderung

Noch vor wenigen Jahren war es völlig ausreichend, wenn ein Fenster eine Doppelverglasung hatte und zuverlässigen Schutz vor Zug und Feuchtigkeit bot. Im Vergleich dazu sind moderne Fenster reine Hightech-Produkte. Sie bilden zusammen mit dem Rahmen eine Einheit, die unter anderem nach dem Wärmedurchgangskoeffizienten beurteilt wird. Maßgeblich sind bei allen Maßnahmen die Energieeinsparverordnungen des Bundes, also die „EnEV 2014“ (und die deutlich strengere „EnEV 2016“ für Neubauten). 

Das sagt die Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV):

  • Fenster von Neubauten bei Wohngebäuden dürfen einen Uw-Wert von 1,3 W/m²K beziehungsweise Ug-Wert von 0,6 W/m²K nicht überschreiten.
  • Für Dachflächenfenster gilt ein max. Uw-Wert von 1,4 W/m2K (Ug-Wert von 0,6 W/m²K).
  • Für die Fenstersanierung gilt ebenfalls der Uw-Wert von 1,3 W/m²K beim Austausch von zehn Prozent oder mehr der Gesamtbauteilfläche.
  • Beim Austausch von unter zehn Prozent  der Gesamtbauteilfläche dürfen die neuen Fenster nicht schlechter als die alten abschneiden.

Noch einmal verschärfen sich die Anforderungen an neue Fenster und deren Montage, wenn Sie dafür Zuschüsse oder Kredite aus dem KfW-Programm „Energieeffizient sanieren“ beantragen möchten. Aber auch Kommunen, Städte und Gemeinden bieten eigene Förderprogramme an, die diese Maßnahmen bezuschussen. Erste Anlaufstellen für Informationen über Programme in Ihrer Nähe sind die Stadt oder Gemeinde sowie die örtliche Verbraucherzentrale. Eine umfassende Information vor dem Kauf neuer Fenster ist mithin Pflicht.

Augen auf beim Einsatz von Bau- und Montageschaum

Der Verkauf und Einsatz von Bauschaum ist in den letzten Jahren stark reduziert worden: Die alten Produkte waren oft gesundheitsschädlich (Isocyanate) und problematisch in der Anwendung. Auch das MDI (Methylendiphenyldiisocyanat) aus hochwertigen Schäumen ist umstritten und kennzeichnungspflichtig, wenn sein Anteil mehr als ein Prozent beträgt. Generell ist Hautkontakt zu vermeiden. Bauschaum-Dosen sind Sondermüll und müssen über den Handel entsorgt werden.

Fensterbauteile – kurz erklärt

Bänder/Beschläge
So nennt der Profi die Scharniere des Fensters zum Öffnen oder Kippen.

Blendrahmen
Der Teil des Fensterrahmens, der fest mit der Außenwand verbunden wird, auch Fensterstock genannt.

Dreh-Kipp-Funktion
Die Flügel können zusätzlich zur üblichen Drehung um die Scharniere noch gekippt werden.

Falz
Die Bereiche der Profile von Blend- und Flügelrahmen, die sich beim Schließen dicht ineinanderfügen.

Fensterflügel
Fachbegriff für die Öffnungsbewegung des Fensters: Dreh-, Kipp-, Stulp-, Schiebe- oder fester Flügel.

Fensterolive
Andere Bezeichnung für den Fenstergriff, basierend auf der Form seiner Befestigungsplatte.

Flügelrahmen
Der innere, bewegliche Part des Rahmens, die eigentlichen Fensterflügel.

Glasabstandshalter
Alupuffer zwischen den verklebten Scheiben. Wichtig für die Wärmedämmung.

Glasleiste
Dabei handelt es sich um die Halterung der Scheibe im Flügelrahmen. Zum Austausch defekter Gläser entfernbar.

Isolierglas
Mehrere Glasscheiben, die schubfest auf Abstand verbunden sind. Die Luft beziehungsweise die Edelgase in den Zwischenräumen bilden einen Wärmepuffer.

Kompriband
Vorkomprimiertes Dichtband, mit dem das Rahmenprofil bei der Montage zum Mauerwerk hin abgedichtet wird.

Laibung
Die professionelle Bezeichnung für die seitlichen Partien der Fensteröffnung.

Luftdurchlässigkeit
Ausgleich des Luftdrucks von innen und außen durch ein geschlossenes Fenster.

Passivhausfenster
Der Uw-Wert liegt unter 0,8 W/m²K, meist mit Wärmeschutzverglasung.

Profil- oder Bautiefe
Gibt die Tiefe, also die Stärke des Fensterprofils an; üblich sind bei modernen Fenstern 70 bis 80 Millimeter.

Rahmenprofil
Form und Aufbau des Fensterrahmens aus unterschiedlichen Kammern und Elementen, zum Beispiel einer Armierung.

Stahlarmierung
Ein Element zur Stabilisierung des Rahmens von Kunststofffenstern.

Sturz
Oberer Abschluss der Fensteröffnung. Trägt das darüberliegende Mauerwerk. Ist meist aus Ton, Stahl oder Beton oder in Mauerwerk ausgeführt. Bei tragenden Wänden wichtiger Teil der Baustatik.

Wärmeschutzverglasung
Die nach außen gerichtete Seite der inneren Scheibe ist mit einer Wärmefunktionsschicht versehen. Durch sie gelangen nur die kurzwelligen, sichtbaren Wellen des Sonnenlichts. Langwellige Wärmestrahlen werden reflektiert. Die Sonnenenergie gelangt so zu einem großen Teil in den Wohnraum und die Beschichtung der Verglasung verhindert, dass die langwellige Wärmestrahlung den Raum durch das Fenster wieder verlässt.

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