Waschtisch aus Holz und Acrylglas bauen

Ein modernes Aufsatz-Waschbecken als zeitgemäße Interpretation von Großmutters Porzellan-Waschschüssel auf einem selbstgebauten Unterschrank gibt diesem Waschplatz einen individuellen Charakter. Zargen und Beine der schlichten Konstruktion des Waschtisches bestehen aus geschliffenem und unbehandeltem Leimbinder mit gerundeten Längskanten – im gezeigten Beispiel aus Buchenholz. Dazwischen werden die Seiten- und Rückenwände sowie die Schiebetüren aus Acrylglas (auch Plexiglas genannt) montiert. 

1. Material, Bauplan und Vorbereitungen

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Im gezeigten Beispiel benötigen Sie für den Waschtisch einen Buche Leimbinder 58 x 58 Millimeter. Daraus längen Sie folgende Bauteile exakt rechtwinklig ab:

  • 4 Tischbeine á 685 Millimeter lang
  • 4 Längszargen á 844 Millimeter lang
  • 4 Querzargen á 414 Millimeter lang

Außerdem benötigen Sie eine Buche Leimholzplatte 18 Millimeter dick für zwei Seitenwände (414 x 235 mm) und eine Buche Leimholzplatte 25 Millimeter dick als Tischplatte (1.000 x 550 mm). Aus einer weiß beschichteten Spanplatte 19 Millimeter dick sind der Einlegeboden (842 x 412 mm) und zwei Rückenwandteile (300 x 235 mm). Die vier Eckverbinder (100 mm lang) sind aus Kiefernholz 40 x 20 Millimeter und ebenfalls aus Kiefernholz 20 x 20 Millimeter sind die zwei Trägerleisten (844 und 374 mm lang). Die zwei Schiebetüren schließlich sind aus einem drei Millimeter dicken Acrylglas zugeschnitten (433 x 252 mm).

Beachten Sie: Die Zeichnungen enthalten alle zum Nachbau des Waschtischs erforderlichen Maße und Materialangaben. 

Für die einzelnen Dübelverbindungen, bohren Sie zunächst senkrecht mit Tiefenanschlag ins Stirnholz, setzen Dübelfixe ein und übertragen die Bohrposition auf die Seitenwände (Stirnholz hierfür auf die Gegenfläche drücken; in den Abdrücken der Dübelfixe setzen Sie die Zentrierspitze des Bohrers an).

Beachten Sie. Legen Sie die Seitenwände auf eine 6,5 Millimeter dicke Unterlage, damit die Oberkanten der Seitenwände und die Zargenschnittflächen jeweils bündig liegen. 

Spannen Sie die Rückenwandteile in einen Schraubstock senkrecht ein und bügeln die Umleimer auf (Bügeleisen-Einstellung: Baumwolle). Nach dem Abkühlen schneiden Sie den Überstand ab, indem Sie mit der stumpfen Kante eines Beitels nach unten abquetschen. Fräsen Sie außerdem 5-mm-Nuten für die Schiebetüren in die vorderen Querzargen (10 mm tief unten und 20 mm tief oben). 

2. Korpus des Waschtisches

Verbinden Sie die Rückenwandteile mit den Längszargen und die Seitenteile mit den Querzargen mithilfe von Holzdübeln und Leim. Sobald der Leim ausgehärtet ist (Herstellerangaben beachten), bohren Sie die Dübellöcher für die Tischbeine in die Zargen und übertragen deren Positionen auf die Tischbeine. Hier ebenfalls bohren.

Stecken Sie die Bauteile probehalber zusammen, demontieren die Konstruktion wieder und runden die Zargen-Schnittkanten mit einer Feile ab (Kanten brechen). 

Verleimen Sie nun die beiden Seitenteile mit den Tischbeinen. Fixieren Sie die Werkstücke mit Schraubknechten (Zulagen verwenden), bis der Leim ausgehärtet ist. 

Verleimen Sie die Längsseiten und fixieren Sie die Konstruktion wieder mit Schraubknechten (ggf. Kantenschoner verwenden). Am einfachsten funktioniert das, wenn Sie den Tisch hierfür umdrehen. Drehen Sie anschließend den Tisch erneut um und kontrollieren das Stichmaß, damit alles genau rechtwinklig zusammengefügt ist. Gegebenenfalls müssen Sie eine weitere Zwinge ansetzen und leicht anziehen, um eine zu lange Diagonale zu stauchen.

Beachten Sie: Das Stichmaß ist im Möbelbau die Königsmethode, um rechte Winkel zu überprüfen. Sie ermitteln es, indem Sie die Diagonalen nachmessen – diese müssen gleich lang sein. 

3. Einlegeboden, Waschtischplatte und Schiebetüren

Die weiß beschichtete Spanplatte dient als Einlegeboden. Bohren Sie für die Montage des Bodens Löcher in die Trägerleisten vor (Bohrlöcher etwas ansenken) und verschrauben Sie die Spanplatte anschließend so weit unten, dass die Bodenfläche unterhalb der Zargenrundung liegt. 

Oben verleimen Sie die vorgebohrten Eckverbinder an den Längszargen – hier liegt später die Waschtischplatte auf. Runden Sie bei der Tischplatte die Kanten im gleichen Radius ab wie die Leimbinder und stellen anschließend mit einer Stichsäge die Beckenöffnung her. 

Da Sie eine gegossene Acrylglasplatte so einfach wie Holz bearbeiten können, bohren Sie einfach mit einem 25-mm-Forstnerbohrer Grifflöcher ins Plexiglas. Führen Sie anschließend die Acrylglas-Schiebetüren zuerst in die tiefere Nut oben; danach stellen Sie sie in der unteren Nut ab. 

Beachten Sie: Zum Schutz vor Wasser, behandeln Sie die Holzoberflächen mit Öl und Wachs: Tragen Sie zunächst das Holzöl und nach dem Trocknen das Holzwachs auf. Durch Nachpolieren mit einer weichen Bürste verleihen Sie dem Waschtisch außerdem einen seidigen Glanz. 

Wie Sie das Waschbecken, die Waschtischarmatur und die Ablaufgarnitur montieren sowie die Wasseranschlüsse anschließen erfahren Sie im BAUHAUS Ratgeber Waschbecken montieren. 

Bildergalerie Waschtisch aus Holz und Acrylglas bauen

Gestänge des Beckenverschlusses anpassen

Manchmal kann es vorkommen, dass das Gestänge des Beckenverschlusses von unten mit der Tischplatte kollidiert. Durch vorsichtiges Biegen der Querstange können Sie dieses Problem aber leicht beheben. Spannen Sie hierfür das Gestänge in einen Schraubstock ein und verwenden Sie unbedingt Holzzulagen, um den Chrom nicht zu beschädigen. 

Werkzeug und Material

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